Ein Besuch in Mailand

Ein Urlaub auf der Insel Elba bringt in der Regel eine längere Anreise mit sich. Was liegt da näher, als einen Zwischenstopp einzulegen – zum Beispiel in Mailand. Weitere lohnenswerte Ziele auf dem Weg nach Elba sind aber auch Florenz, Pisa oder Siena. Während die prägenden Sehenswürdigkeiten der letztgenannte Städte weitgehend an einem Tag erlebbar sind, lohnt sich in Mailand ein etwas längerer Besuch. „Mailand an einem Tag“ wird der Stadt eigentlich nicht gerecht, denn in Mailand gibt es ganz unterschiedliche Viertel. Erst wenn man sich für einen kleinen Bummel durch diese Viertel etwas Zeit nimmt, kann man die Atmosphäre von Mailand erfassen.

Mailand, die Stadt der Mode

Egal in welchem Viertel man sich bewegt: die Mode ist einer der „roten Fäden“ in Mailand, dem man überall begegnet. Hier sind zwei sehenswerte Orte besonders hervorzuheben: zum einen die faszinierende Galleria Vittorio Emmanuele II, eine überdachte Einkaufsgallerie aus dem 19. Jahrhundert, in welcher sich alle wichtigen Designergeschäfte finden lassen. Die wunderschöne Gallerie ist nicht schwer in Mailand zu finden, denn sie befindet sich in unmittelbarer Nähe des Doms. In nur zwei Jahren wurde das architektonische Meisterwerk errichtet. Auch wenn man sich kaum mehr als einen Kaffee dort leisten kann oder möchte ist die Gallerie eine Augenweide.

Ein zweites Zentrum der Mode, und definitiv einen Besuch wert, ist das goldene Modeviertel, das „Quadrilatero d’oro della moda“. Rund um die Via Monte Napoleone finden sich vor allem die Ateliers der wichtigsten Modemarken. Hier machen die Schau-Fenster ihrem Namen wahrlich Ehre, denn diese werden oft geradezu inszeniert. Ob tragbar oder nicht – hier findet der Besucher garantiert Dinge zum Bewundern, Staunen oder auch Kopfschütteln. Neben der Aveneu des Champs-Élysées und der Fifth Avenue in New York ist die Vila Monte Napoleone in Mailand eine der teuersten Straßen der Welt. Neben den Modeateliers finden sich aber auch Juweliere oder Chocolatiers der Oberklasse – wenn Sie also schon immer mal einen Kuchen mit Blattgoldverzierung genießen wollten, sind Sie hier richtig.

Wer bei seinem Besuch bewusst auf die Kleidung der Mailänder schaut, wird feststellen, dass der Geist der Mode nicht nur in den Geschäften Mailands zu finden ist, sondern auch auf der Straße. Jeans sucht man fast vergeblich – generell herrscht eine gewisse Eleganz; die Schuhmode ist so vielfältig wie in kaum einer anderen Stadt. Am Abend, wenn die Mailänder ausgehen oder sich auch nur mit Freunden treffen, kleidet man sich noch etwas eleganter oder extravaganter und die Absätze der Damenschuhe erreichen teils schwindelerregende Höhen.

Mailand und der Dom

Der Dom von Mailand gehört selbstverständlich zum Pflichtprogramm; auch wer Florenz oder deutsche Dome z.B. in Regensburg, Würzburg oder Köln kennt, wird hier nicht enttäuscht. Der Dom von Mailand ist eine prägende und imposante Erscheinung, sowohl innen als auch außen. Wer keine Führung mit einem Stadtführer gebucht hat, kann zur Eintrittskarte einen Audio-Guide hinzubuchen. Ganz modern, mittels eines Smartphones lassen sich die verschiedensten Highlights des Doms, ob innen, außen, oder auf den Terrassen anwählen und man bekommt eine ausführliche Erklärung. Der Audio-Guide ist eine lohnenswerte Invenstition, wenn man keine Lust auf einen „dicken Schmöker“ hat, in welchem die Sehenswürdigkeiten nachzulesen sind.

Nicht zuletzt hat man von dem Dach des Domes einen schönen Ausblick auf die Stadt: dort sieht man auch schon in der Ferne ein anderes Mailand, das Moderne.

 

Mailand und die Architektur

Während man im Stadtzentrum mit dem Dom, der Pinakothek und zahlreichen weiteren Gebäuden, die historische Architektur bewundern kann, findet man außerhalb des Kerngebietes die beeindruckenden Bauten der modernen Architektur von z.T. weltbekannten Architekten. Vom Dach des Domes unschwer zu erkennen, ist das Gebäude der UniCredit Bank an der Porta Nuova, lange Zeit der höchste Wolkenkrazer Mailands, in dessen Nähe sich weitere sehenswerte, moderne Gebäude befinden. Mittlerweile wurde dieser abgelöst vom Allianz-Gebäude in der sogenannten CityLife. Hierbei handelt es sich um ein großes Wohnviertel mit drei großen Gebäuden im Zentrum – der signifikante Name ist „Piazza Tre Torri“ und bezeichnet den Platz mit den drei großen Gebäuden an der gleichnamigen Metrostation, welche von den weltbekannten Architekten Zaha Hadid, Daniel Libeskind und Arata Isozaki entworfen wurden.

Mailand und die Kunst

Denkt man an Mailand und die Kunst, gehört ein Name zum Programm, nämlich Leonardo da Vinci. Der geniale Erfinder und Künstler hat in der Kirche Maria delle Grazie das weltberühmte Wandgemälde „Das letzte Abendmahl“ hinterlassen – Ziel von nahezu jedem Touristen, der Mailand besucht. Hier empfiehlt sich eine Voranmeldung, denn spontan geht eigentlich gar nichts. Durch zwei Luftschleusen gelangt man schließlich zum Refektorium des auch heute noch aktiven Klosters, wo man das eindrucksvolle Gemälde von ca. 9 x 4m Größe bewundern kann.

Ein weiterer Höhepunkt für Kunstliebhaber ist die Pinakothek im Brera-Viertel: auch hier empfiehlt sich ein Audio-Guide, über welchen man zu vielen Bildern Erläuterungen über die Besonderheiten des Kunstwerkes erzählt bekommt.

Mailand erleben

Hat man nach der Pinakothek noch etwas Zeit übrig, dann ist ein Bummel durch das hübsche Viertel „Brera“, rund um die Pinakothek absolut empfehlenswert. In den pittoresken Sträßchen Mailands finden sich zahlreiche kleine Lädchen mit Handwerkskunst, Mode oder Einrichtungsgegenständen aller Art. Und wer eine kleine Pause benötigt, findet garantiert einen Obsthändler, der auch noch Kleinigkeiten zum Essen und Trinken anbietet oder eine Bar, in der sich ein köstlicher Café und ein knuspriges Brioche oder Hörnchen genießen läßt. Lassen Sie hier einfach einmal fünfe Grade sein und genießen Sie das Vorbeischlendern der Leute oder den Plausch der Milanesen, die beim Espresso an der Theke mit dem Wirt ein paar Neuigkeiten austauschen.

Wenn Sie noch nicht zu müde sind von den umfangreichen Sehenswürdigkeiten, die Mailand zu bieten hat, dann gibt es noch einen Höhepunkt:

 

Das Teatro alla Scala in Mailand

Zweifelsohne eines der bekanntesten Opernhäuser der Welt ist die Mailänder Scala; ob Maria Callas, Cecilia Bartoli oder andere Größen der Opernwelt: in diesem Haus weht der Glanz der ganz Großen durch die Logen. Wer Oper oder Ballet mag, sollte sich frühzeitig um eine Eintrittskarte für eine Vorstellung bemühen, denn die Wahrscheinlichkeit, an der Abendkasse eine Karte zu ergattern ist gleich Null – es muss ja nicht gleich eine Karte zur Saisoneröffung am 07.Dezember sein, dem Tag des Stadtpatrons Sant’Ambrogio,  wenn man für eine Karte bis zu 2.500,- Euro zahlen muß.

Wer einmal ein wenig den Flair des Hauses erleben möchte, ohne eine Vorstellung zu buchen, kann die Scala in Mailand innerhalb einer Führung besichtigen – wer Glück hat, der erlebt zumindest einmal die Akustik, wenn gerade Proben stattfinden.

 

3 Tage in Mailand – und jetzt auf Elba entspannen:

Für das Programm, was wir in diesem Artikel beschrieben haben, sollte man sich ca. 3 Tage Zeit nehmen; wer nicht so viel Zeit hat, sollte sich auf einige Highlights konzentrieren und lieber sich ein wenig Zeit zum Bummeln nehmen, als weitere Sehenswürdigkeiten „mitzunehmen“.

Trotz allem ist ein solcher Stadtbesuch sicherlich kein Wellnessurlaub; mit dem Ziel „Insel Elba“, von Mailand aus in wenigen Stunden erreichbar, ist die Perspektive auf Erholung quasi schon vor den Toren der Stadt.